Während der COVID-19-Pandemie verzeichnen die Stroke Units in Deutschland einen deutlichen Rückgang an Patienten, ein Trend, der in ganz Europa zu beobachten ist und die Experten beunruhigt. Denn eigentlich müssten es mehr, nicht weniger Patienten sein. Professor Gerloff appellierte im NDR TV, Schlaganfallsymptome ernst zu nehmen und trotz Corona-Krise den Notruf zu wählen.

Wie die DGN-Kommission Zerebrovaskuläre Erkrankungen bereits Ende März in ihrer Stellungnahme ausführte, deuten Daten aus China und Italien darauf hin, dass es zu einer möglichen Häufung von Schlaganfällen und anderen vaskulären Komplikationen bei Patienten kommen kann, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Eine solche Häufung ist auch im Kontext anderer Virusinfektionen bekannt.

Doch in Deutschland scheint vor allem die Angst, sich im Krankenhaus mit SARS-CoV-2 zu infizieren, Menschen mit vorübergehenden und leichten Schlaganfallsymptomen davon abzuhalten, die „112“ zu wählen und sich optimal behandeln zu lassen. Es steht zu befürchten, dass dadurch die Zahl an Todesfällen und bleibenden Behinderungen durch Schlaganfall deutlich steigt, erklärte DGN-Experte Prof. Christian Gerloff in der TV-Sendung "Visite" des NDR am 14.04.2020. Hier geht es zum Beitrag in der Mediathek.