Die DGN unterstützt die systematische Erfassung neurologischer Komplikationen und Spätfolgen von COVID-19 sowie die Auswirkungen dieser Virusinfektion auf neurologische Patienten über LEOSS – eine Initiative der DGN JuNos (Junge Neurologen)

Aus China werden neurologische Komplikationen und Erkrankungen in über einem Drittel der an COVID-19 erkrankten Patienten gemeldet. Eine systematische Erfassung dieser neurologischen Beteiligungen gibt es bislang nicht. Neurologische Beteiligungen können das gesamte Nervensystem, von der Muskulatur bis zur Großhirnrinde (Encephalitis) betreffen, und stellen eine potentiell lebensbedrohliche Komplikation einer COVID-19 Erkrankung dar. Das pathophysiologische Verständnis neurologischer Symptome von COVID-19 ist unvollständig, einzelne Fallberichte einer hämorrhagischen Enzephalitis im Zusammenhang mit einer COVID-19 Erkrankung legen jedoch eine mögliche direkte zentrale Beteiligung einer SARS-CoV-2 Infektion nahe. Unklar ist aktuell auch die Rolle eines möglichen direkten prothrombotische Effekts einer SARS-CoV-2 Infektion und der bislang berichteten hohe Anzahl kardio- und zerebrovaskulärer Komplikationen. Um einen fatalen Ausgang und bleibende Behinderung zu vermeiden, ist ein besseres Verständnis und eine frühzeitige Adaptation der supportiven Therapie bei Auftreten neurologischer Symptome unerlässlich.

Der Lean European Open Survey on SARS-CoV-2 Infected Patients: Identify independent predictors of outcome in patients with diagnosed infection by SARS-CoV-2 (LEOSS) ist ein europaweites Register, um den Krankheitsverlauf von Patienten mit einer bestätigten SARS-CoV-2 Infektion zu erfassen. Eingeschlossen werden Patienten aller Altersgruppen in stationärer und ambulanter Behandlung. In einem ständig wachsenden Netzwerk teilnehmernder Zentren sind aktuell > 170 Zentren mit > 700 Beitragenden beteiligt. Bislang wurden mehr als 1000 Patienten registriert. Über einen Kerndatensatz und eine anonymisierte Registrierung hinaus bietet LEOSS die Möglichkeit, sowohl neurologische Komplikationen und Symptome einer SARS-CoV-2 Infektion als auch den Verlauf neurologisch vorerkrankter Patienten in spezialisierten Fragebögen pseudonymisiert und ggf. longitudinal zu erfassen. Um ein abgestimmtes und gemeinsames Vorgehen zu vereinfachen, hat die DGN eine nationale Koordinierungsstelle zur Registrierung neurologischer Forschungsprojekte in Zusammenhang mit COVID-19 eingerichtet.

Mit dem Ziel einer Bündelung der aktuellen Registeraktivitäten haben die JuNos den neurologischen Fragesatz in LEOSS eingebracht. Die DGN appelliert an ihre Mitglieder, an dieser neurologischen Initiative im Rahmen von LEOSS aktiv mitzuwirken. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an unsere COVID-19-Koordinationsstelle ().