Eine am Universitätsklinikum in Mailand durchgeführte Studie ermittelte die Rate thrombembolischer Komplikationen bei 388 konsekutiven COVID-19-Patienten während eines Beobachtungszeitraums von acht Wochen (Mitte Februar bis Mitte April 2020). Die Patienten waren im Mittel 66 Jahre alt, 68% waren männlich, 16% mussten intensivmedizinisch behandelt werden. Obwohl alle Intensivpatienten eine Thromboseprophylaxe erhalten hatten, betrug die kumulative Rate thrombembolischer Ereignisse 27,6%.

Von den Patienten, die auf der Normalstation behandelt wurden, hatten 75% eine Thromboseprophylaxe erhalten, kumulativ traten bei 6,6% venöse oder arterielle thrombotische Ereignisse (ischämische Schlaganfälle, akute Koronarsyndrome bzw. Myokardinfarkte) auf. In der Hälfte aller Fälle wurde die Diagnose innerhalb von 24 Stunden nach der Aufnahme gestellt. Bei 44/388 Patienten war eine Bildgebung erfolgt, bei 16/44 bestätigte sich ein entsprechender Befund (36%). Eine pulmonale CT-Angiografie hatten 30/388 Patienten (7,7%) erhalten, bei jedem dritten davon wurde eine Lungenembolie diagnostiziert. Die Rate ischämischer Schlaganfälle lag bei 2,5% und für Koronarkomplikationen (ACS/MI) bei 1,1%. Eine disseminierte intravasale Gerinnung trat bei 2,2% aller Patienten auf.

Die Häufigkeit thrombembolischer Ereignisse bereits am ersten Tag der stationären Behandlung zeigt, wie essenziell eine spezifische Bildgebung ist und dass das diagnostische Procedere optimiert werden muss. Außerdem sollten Effektivität und Sicherheit thromboseprophylaktischer Maßnahmen bei ambulanten Patienten evaluiert werden.

Lodigiani C, Iapichino G, Carenzo L et al. Venous and arterial thromboembolic complications in COVID-19 patients admitted to an academic hospital in Milan, Italy. Thrombosis Research 2020, https://doi.org/10.1016/j.thromres.2020.04.024