Ein aktuelles Review, in dem die Autoren systematisch Daten von fast 6.500 COVID-19-Patienten aus 30 Studien auswertete, zeigte: Diabetes mellitus war mit einer höheren Mortalität und mit schweren COVID-19-Verläufen sowie mit einem häufigeren Auftreten des „Acute Respiratory Distress Syndrome“ (ARDS) verbunden. Geschlecht, kardiovaskuläre oder pneumologische Vorerkrankungen (z.B. COPD) hatten keinen Einfluss auf die Assoziation, wohl aber das Alter

Das Review analysierte den Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus und Schwere der COVID-19-Erkrankung, Mortalität und ARDS bei Patienten mit COVID-19-Pneumonien. Wie sich zeigte, verdoppelte ein Diabetes mellitus die Mortalitätsrate (RR 2,12 [1,44, 3,11], p<0,001), erhöhte das Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf fast um das 2,5-Fache (RR 2,45 [1,79, 3,35], p<0,001) und für das Auftreten von ARDS fast um den Faktor 5 (ARDS (RR 4,64 [1,86, 11,58], p<0.001). Der zusammengesetzte primäre Endpunkt für ein schlechtes Outcome trat bei Diabetikern mehr als doppelt so häufig ein (RR 2,38 [1,88, 3,03], p<,.001). 

Im Regressionsmodell wurde der Einfluss anderer Risikofaktoren auf diese Assoziation berechnet. Wie sich zeigte, wurde die Assoziation zwischen Diabetes mellitus und schlechterem Outcome nicht durch Geschlecht, kardiovaskuläre oder pneumologische Vorerkrankungen (z.B. COPD) beeinflusst. Lediglich Alter und Hypertonie schwächten diese Assoziation ab. Somit hat Diabetes mellitus als einzelner Risikofaktor insbesondere bei jüngeren Patienten ein großes Gewicht.

Huang I, Lim MA, Pranata R et al. Diabetes mellitus is associated with increased mortality and severity of disease in COVID-19 pneumonia – A systematic review, meta-analysis, and metaregression. Diabetes Metab Syndr. 2020 Apr 17;14(4):395-403. https://doi.org/10.1016/j.dsx.2020.04.018