SARS-CoV-2-Tests können auch fehlerhafte Ergebnisse liefern. Verschiedenen Studien zufolge liegt die Rate falsch-negativer Befunde bei bis zu 29 %. Im Klartext bedeutet das: Fast jede dritte negativ getestete Person könnte positiv sein und das Virus übertragen. Die Autoren eines Editorials im „The New England Journal of Medicine“ ziehen daraus mehrere Rückschlüsse. [mehr]

Zum einen, dass Testungen gerade angesichts von Grenzöffnungen wichtig sind, aber nur dann, wenn die Tests auch hochsensitiv sind, was unter realistischen Bedingungen geprüft werden müsse. Die Zulassungsbehörden sollten die Hersteller verpflichten, bei Zulassungsbeantragung genaue Angaben zur Sensitivität und Spezifität des Tests zu machen. Von besonderer Dringlichkeit sei, die Sensitivität der Tests an asymptomatischen Patienten zu validieren. Derzeit wichtige Empfehlung der Autoren für den klinischen Alltag: Jedem muss bewusst sein, dass nicht jeder negativ getestete Patient (oder Mitarbeiter) auch tatsächlich negativ ist. Es bleibt also wichtig, Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen konsequent einzuhalten.

Steven Woloshin et al. False Negative Tests for SARS-CoV-2 Infection — Challenges and Implications. NEJM. June 5, 2020. DOI: 10.1056/NEJMp2015897

https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp2015897