Hydroxychloroquin und Azithromycin werden oft bei schwer kranken COVID-19-Patienten eingesetzt, in Monotherapie oder auch kombiniert – doch möglicherweise mit deutlich weniger Erfolg als erhofft, wie eine in JAMA publizierte retrospektive Kohortenstudie zeigte. Die Patienten profitierten nicht im Hinblick auf die Mortalität. Bei Kombination beider Medikamente wurde sogar häufiger ein Herzstillstand beobachtet.

1.438 hospitalisierte Patienten mit bestätigter COVID-19-Diagnose wurden in dieser retrospektiven Multicenter-Kohortenstudie ausgewertet. Primärer Studienendpunkt war die Krankenhaussterblichkeit, sekundär wurden Herzstillstand und abnormale EKG-Befunde erhoben.

Die Patienten der Studienkohorte, die Hydroxychloroquin oder Azithromycin oder eine Kombinationstherapie beider Medikamente erhalten hatten, wiesen mehr Risikofaktoren auf: Mehr Patienten hatten u.a. einen Diabetes mellitus, eine Respirationsrate von >22/min, eine Sauerstoffsättigung von unter 90%.

Die Patienten wurden in vier Gruppen eingeteilt – je nach erfolgter Therapie: (1) Hydroxychloroquin, (2) Azithromycin, (3) Hydroxychloroquin und Azithromycin, (4) keine Therapie. Die Mortalitätsrate der Patienten betrug insgesamt 20,3% - in Gruppe 1 verstarben 54/271 Patienten, in Gruppe 2 21/211 , in Gruppe 3 189/735 Patienten und in Gruppe 4 28/221Patienten. Nach Adjustierung mit logistischen Regressionsmodellen zeigte sich kein signifikanter Mortalitätsunterschied zwischen den Gruppen. Allerdings wurde eine signifikant höhere Häufigkeit von Herzstillstand bei den Patienten, die die Kombinationstherapie erhalten hatten (adjustiertes OR: 2,13 [95% CI, 1,12-4,05]), beobachtet.

Rosenberg ES, Dufort EM, Tomoko U et al. Association of Treatment With Hydroxychloroquine or Azithromycin With In-Hospital Mortality in Patients With COVID-19 in New York State. JAMA. 2020; 323(24):2493-2502. doi:10.1001/jama.2020.8630

https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2766117