Eine Studie aus Italien untersuchte, ob und welche Symptome oder Beschwerden bei COVID-19-Patienten nach der Klinikentlassung bestehen blieben. Im April wurde an der Universitäts-Poliklinik in Rom ein „Postacute Outpatient Service“ eingerichtet. Bei Patienten, die die WHO-Kriterien zur Quarantänebeendigung erfüllten (Symptomrückgang, Fieberfreiheit seit drei Tagen, zwei negative PCR-Tests im Abstand von 24 Stunden), erfolgten Follow-up-Untersuchungen.

Die Patienten wurden klinisch untersucht und befragt (standardisierte Fragebögen). Die Lebensqualität wurde mit der visuellen Analog-Skala „EuroQol“ (von „maximal schlecht“ bzw. 0 Punkte bis „optimal“ bzw. 100 Punkte) erfasst. Ab einer Differenz von 10 Punkten lag definitionsgemäß eine Verschlechterung der Lebensqualität vor. 143 Patienten konnten in der Studie ausgewertet werden. Ihr Alter lag zwischen 19-84 Jahren (im Mittel bei 56,5 ±14,6), 63% waren männlich. Bei 72,7% der Patienten hatte eine interstitielle Pneumonie vorgelegen, der Klinikaufenthalt betrug im Mittel 13,5 ± 9,7 Tage. Intensivpflichtig waren 18 Patienten (12,6%), sieben Patienten (5%) mussten invasiv und 21 (15%) noninvasiv beatmet werden. Der Kontrolltermin fand im Mittel 60 ±13,6 Tage nach Beginn der COVID-19-Symptome statt. Zu diesem Zeitpunkt waren nur 18 Patienten (12,6%) völlig symptomfrei, während 32% über ein bis zwei und 55% über noch mindestens drei Symptome klagten. Die Lebensqualität hatte sich bei 44% der Patienten verschlechtert. Die häufigsten persistierenden neurologischen Beschwerden waren Müdigkeit bzw. Fatigue (ca. 53%), Anosmie (ca. 16%), Dysgeusie (ca. 11%), Kopfschmerzen (ca. 10%), Schwindel (ca. 5%). Viele Patienten klagten außerdem noch immer über Dyspnoe (ca. 43%), Gelenk- (ca. 27%) und Brustschmerzen (ca. 22%).

Neben der relativ kleinen Patientenzahl räumen die Autoren als limitierend ein, dass keine Angaben zu möglicherweise bereits vor COVID-19 vorhandenen Symptomen vorliegen – oder zum aktuellen Schweregrad. Außerdem fehle eine Kontrollgruppe (z. B. Pneumonien anderer Genese), so dass insgesamt nicht konkretisiert werden könne, ob die Symptompersistenz COVID-19-spezifisch ist. In jedem Falle zeige sich hier jedoch die Notwendigkeit einer weiteren Nachbetreuung der Patienten.

Carfì A, Bernabei R, Landi F et al. Persistent Symptoms in Patients After Acute COVID-19. JAMA 2020. Published online July 9. https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2768351