In einer bereits im Mai publizierten italienischen Erhebung wurden die Bildgebungsbefunde von 108 hospitalisierten COVID-19-Patienten ausgewertet, die während ihres Krankenhausaufenthalts neurologische Symptome entwickelt hatten. Am häufigsten wurden ischämischen Hirninfarkte diagnostiziert.

Insgesamt wurden 725 hospitalisierte COVID-19-Patienten in die Analyse einbezogen, von denen 108 die Einschlusskriterien erfüllten, d.h. sie wiesen neurologische Begleitkomplikationen auf und von ihnen lagen Bildgebungsdaten vor. Bei 99% waren native CT-Scans durchgeführt worden, 16% hatten eine CTA erhalten und 18% eine MRT des Gehirns. Alle Befunde wurden vom behandelnden Neurologen sowie durch drei unabhängige Neuroradiologen im Kontext dieser Studie evaluiert.

Am häufigsten – bei 31%! – wurden ischämische Hirninfarkte diagnostiziert. Bei 18% der Infarkte handelte es sich sogar um große Infarkte. 10% waren kleinere Infarkte, 3% kardioembolische Schlaganfälle und 1% wiesen Muster einer hypoxisch-ischämischen Enzephalopathie auf. Weitere häufige Diagnosen, die erst die Bildgebung ermöglichte, waren neben den ischämischen Schlaganfällen (31%) intrakranielle Blutungen (6%) und Subarachnoidalblutungen (3%).

Die Autoren betonen, dass in dieser Kohorte die Prävalenz von ischämischen Schlaganfällen deutlich höher war als bei ähnlichen Erhebungen aus China. Die Daten zeigen, wie wichtig ein intensiviertes Schlaganfallmonitoring bei COVID-19-Patienten ist.

Mahammedi A, Saba L, Vagal A et al. Imaging in Neurological Disease of Hospitalized COVID-19 Patients: An Italian Multicenter Retrospective Observational Study. Radiology, May 21, 2020.

https://pubs.rsna.org/doi/10.1148/radiol.2020201933